3.4 Oogenese



Der Ovarialzyklus


Von den 500'000 Follikeln, die am Anfang der geschlechtsreifen Zeit in beiden Ovarien vorhanden sind, erreichen insgesamt nur etwa 450 den Follikelsprung und führen damit zur Freisetzung einer Eizelle (Ovulation).



Die Ovulation stellt das Ausnahmeschicksal eines Follikels dar.



Der hormonelle Zyklus:



Verantwortlich für die periodische Ovulation sind zyklische Veränderungen im Hormonhaushalt (hormoneller Zyklus), die vom hypothalamisch-hypophysären System gesteuert sind. Die rhythmische hormonelle Steuerung führt bei der Frau zu folgenden zyklischen Ereignissen:

  1. dem Ovarialzyklus (Follikelreifung), welcher in der Ovulation und der anschliessenden Gelbkörperbildung gipfelt
  2. zu zyklischen Veränderungen des Endometriums (Uterusschleimhaut), welche zur Vorbereitung der Uterusschleimhaut zur Einnistung der befruchteten Eizelle dienen. Findet keine Implantation statt, wird die Mucosa eliminiert (= menstruale Blutung).

Module

Ovulation:
(siehe Modul Befruchtung)
Gelbkörper-
bildung
:
(siehe Modul Plazenta)
Zyklus des Endometriums:
(siehe Implantation)



Im Zentrum dieser hormonellen Steuerung ist das Hypothalamus-Hypophysen-System mit dem GnRH und den beiden Gonadotropinen FSH und LH. Die pulsatile Freisetzung des GnRH ist die fundamentale Voraussetzung für eine normale hypothalamisch-hypophysäre Kontrolle der zyklischen Ovarialfunktion.

FSH und LH wirken anregend auf die Reifung der Follikel im Ovar und lösen die Ovulation aus. Während des Ovarialzyklus werden von den Zellen der Theka interna Östrogene (sogenannte Follikelphase) und vom Corpus Luteum das Progesteron (sogennannte Sekretionsphase) gebildet.

Definitionen

GnRH:
Gonadotropin Releasing Hormon
FSH:
Follikel Stimulierendes Hormon
LH:
Luteinisierendes Hormon



Der Steuerkreis des hormonellen Zyklus hat zwei wesentliche Steuerungsanteile:
  1. Die pulsatile Freisetzung von GnRH, sowie FSH und LH
  2. Den langen Rückkoppelungseffekt (long-loop-feedback) der Östrogene und des Porgesterons auf das Hypothalamus-Hypophysen-System. (Diese zwei Hormone werden im (sprungbereiten) Follikel synthetisiert und stammen somit aus dem Ovar, daher der Name "lange Schlaufe").

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Die Hypophyse und der Hypothalamus



Der Ovarialzyklus dauert in der Regel 28 Tage. Er wird in zwei Phasen aufgeteilt:

  1. Follikelphase: In dieser kommt es zur Rekrutierung einer sogenannten Follikelkohorte und innerhalb dieser zur Selektion des sprungreifen Follikels. Diese Phase endet mit dem Eisprung. Östradiol ist das Leithormon. Sie dauert in der Regel 14 Tage, kann aber beträchtlich variieren!

  2. Lutealphase: Sie ist die Phase der Progesteronproduktion durch den Gelbkörper (= Corpus luteum) und dauert relativ konstant 14 Tage.

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Rekrutierung der sogenannten Follikelkohorte:
Durch die Rekrutierung werden eine bestimmte Anzahl von Primordialfollikeln zur Reifung angeregt, die folgenden Follikelstadien zu durchlaufen.
(Details)


Abb. 23 - Hormonkonzentrationsverlauf des Ovarialzyklus  Legende

A
B

C
D
E
F

E2
Pr
LH
FSH
Follikelphase
Lutealphase

Primärfollikel
Sekundärfollikel
Tertiärfollikel
Graafscher Follikel

Östradiol
Progesteron
Luteinisierendes Hormon
Follikelstimulierendes
Hormon

Abb. 23
Die verschiedenen Follikelstadien verteilen sich über die Follikelphase. An deren Ende kommt es zur Ovulation. Östradiol ist das Hormon das im Ovar während der Follikelphase gebildet wird. Progesteron wird in der Lutealphase synthetisiert.



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