Modul
9
Icon module 9

Embryonale Periode

Obwohl es in diesem Kapitel vorwiegend von der Fetalperiode gesprochen werden soll, müssen in diesem Zusammenhang auch die Carnegie Stadien, die eine Stadieneinteilung in der embryonalen Periode darstellen, rekapituliert werden. Die einzelnen Carnegie-Stadien sind durch Gestaltmerkmale des Embryos definiert. Sie sind daher weder direkt abhängig vom chronologischen Alter noch von der Länge des Embryos.

Die Embryonalzeit beträgt 56 Tage, d.h. 8 Wochen vom Zeitpunkt der Fertilisation an gerechnet. Diese Zeit wird in 23 Carnegie-Stadien eingeteilt. Die Stadieneinteilung basiert einzig auf morphologischen Gegebenheiten. Dies soll an zwei Beispielen erläutert werden. Der Schluss des Neuroporus cranialis erfolgt im Stadium 11 und derjenige des Neuroporus caudalis im Stadium 12. Im weiteren orientiert sich das Stadiensystem zwischen dem 25. und dem 32. Tage an der Anzahl entstandener Somiten. Die einzelne Stadien sind also von unterschiedlicher Länge, was manchmal etwas verwirrend ist.

In der Embryonalperiode werden die meisten Organsysteme angelegt und dies mit einer enormen Geschwindigkeit. Daher erstaunt es kaum, dass diese Phase der SS sehr vulnerabel ist und daher Missbildungen in dieser Zeit am häufigsten stattfinden. Die Art der Missbildung hängt vom embryonalen Entwicklungsstadium ab.

Abb. 1 - % Missbildungen während der SS
media/multuse/j1a_misskonz.gif

A
Embryonalperiode
B
Fetalperiode

Legende
Abb. 1

Der Abschnitt A weist auf die Embryonalperiode hin, in welcher der Embryo besonders sensibel ist in Bezug auf Missbildungen. Das Vorkommen von Missbildungen (blaue Kurve), welche zu Spontanaborten führen, nimmt im Verlaufe der ersten acht Wochen von mehr als 10% auf 1% ab.
Die Häufigkeit von Neuralrohrmissbildungen nimmt bis zum Ende der Embryonalperiode von 2.5 % auf 0.1% ab (grüne Kurve).